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Musik in der Michaeliskirche im 2. Halbjahr 2017

17.9. Bach-Kantate zum Mitsingen
"Was Gott tut, das ist wohlgetan" BWV 99 
Herzliche Einladung zum Mitsingen im Projektchor nach vorheriger Anmeldung per eMail. Probe am Samstag, 16.9., 11.00 Uhr - 13.00 Uhr in der Kirche. 
Aufführung am Sonntag, 17.9., um 11.00 Uhr, im Gottesdienst zum Gemeindefest

17.9. Sonntag | 15.30 Uhr | Musical 
Luthers Ehefrau Katharina von Bora steht im Mittelpunkt dieses heiteren, kurzweiligen Musicals zum Abschluss des Gemeindefestes | Mit dem Kinderchor, kleiner Kantorei und Band

23.9. Samstag | 19.00 Uhr | Eröffnung der Reformationsausstellung "Da geht was!" 
Die Ausstellung stellt die Geschichte und weltweite Ausbreitung der Reformation in ihrer Vielfalt dar | Eröffnung mit Vortrag, Sektempfang und Musik der Reformations-zeit | Mit Susanne Geiger (Flöten) und Daniel Zimmermann (Cembalo)

19.11. Sonntag | 18.00 Uhr | WORT-GEHALTEN
Musikalisch-literarischer Abend | Die großen Werke der Reformatoren, die vielen kleinen Äußerungen der Zeitzeugen und bisher unbekannte Zitate von Randpersonen erklingen zusammen mit abwechslungsreicher Kammermusik aus der Renaissance- und Barockzeit. | Prof. Dr. Andrea Strübind, Ensemble IL TRIONFO

30.11. Donnerstag | 20 Uhr | Vortrag
musikalisch-theologischer Einführungsabend zum Weihnachts-oratorium von J.S. Bach im Michaelishaus | Pastor Dr. Tilman Fuß und Daniel Zimmermann

3.12. Sonntag 1. Advent | 18.00 Uhr | Adventsliedersingen
In der Adventszeit dürfen die Lieder nicht fehlen - Wünschen und Singen unbedingt erlaubt!

10.12. Sonntag 2. Advent | 18.00 Uhr | Konzert
J.S. Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248 Kantaten 1 und 4-6 | Jenny Kalbfleisch (Sopran), Judith Thielsen (Alt), Robert Reichinek (Tenor), Johannes Leuschner (Bass), Barockorchester IL TRIONFO, Michaeliskantorei Kaltenkirchen |
Karten im VVK und Restkarten an der AK

24.12. Heiligabend | 15.30 Uhr | Christvesper 
Krippenspiel-Gottesdienst mit dem Kinderchor

24.12. Heiligabend | 23.00 Uhr | Christmette
Mitternachtsgottesdienst mit der Michaeliskantorei

25.12. Musik im Gottesdienst
Weihnachts-Wunschliedersingen im Gottesdienst. Nennen Sie zu Beginn des Gottesdienstes Weihnachtslieder, die wir dann gemeinsam singen.

Bisherige Konzerte

Lebenslust

Ein Abend für das Leben - das Leben für einen Abend!

So prägnant könnte man das Konzertprogramm kurz zusammenfassen. Am 8. Oktober wird die Michaeliskantorei in ihrem Herbstprogramm, mit welchem sie in den Herbstferien dann auf Konzertreise nach Bayern und in das Salzburger Land fahren wird, den großen Bogen von verschiedenen Sichtweisen auf das Leben bei Bach, Händel und Mozart präsentieren.

Johann Sebastian Bachs Kantate "Christus, der ist mein Leben" fußt auf vielen verschiedenen (Sterbe-)Chorälen, die zur damaligen Zeit sehr bekannt waren. Mit dem Tod als ständigen Begleiter zu leben, bedeutete in der Barockzeit eine intensive Auseinandersetzung mit dem "Jenseits". Nicht selten führt dies in der Kunst sogar zu einer besonderen Todes-Sehnsucht in der Hoffnung, dort würde endlich alles besser und heil sein.

Auf den ersten Blick scheint Händels Anthem über den Psalm 96 so gar nicht dazu zu passen. Doch der Jubel-Text des Psalmes wird in dieser Anthem auffallend oft verhalten und nachdenklich musikalisch dargestellt, ehe der Chor abschließend mit lauter Stimme Gottes Herrlichkeit preist.

Mozarts wenig bekannte Waisenhausmesse präsentiert den Mess-Text in sehr farbiger Gestalt: Solo-Arien, Duette, diverse Chorstücke und -fugen beweisen, dass Mozart bereits mit 12 Jahren eine enorme musikalische Phantasie hatte, die bisweilen auch an opernhafte Züge erinnert. Auch hier wird das Leben in ganzer Bandbreite geschildert: Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Das ganze Leben an einem Abend!

 

Himmelwärts

Die Botschaft der Reformation ist klar:

Gottes Wort und Gnade gelten jedem Menschen unmittelbar. Oder kurz: Der Himmel steht uns offen.

Doch gerade nach Luthers Thesenanschlag 1517 beginnt eine Zeit von wechselnden Gefahren und Umbrüchen, welche die freimachenden Inhalte der Reformation in den Hintergrund stellen: Grausame Religionskriege über mehrere Jahrzehnte, Kirchenspaltungen und landesweite Unsicherheiten.

Umso erstaunlicher erklingt die Musik dieser Zeit: Heinrich Schütz, Michael Praetorius und viele andere der ersten protestantischen Kirchenmusiker schreiben ab 1600 großbesetzte und klangfarbenreiche Musik, die vielleicht zu den prächtigsten überhaupt gehören. Diese "geistlichen Konzerte" sind so konzipiert, dass sie ab einer Minimal-Besetzung an Ausführenden bis hin zu einer großen mehrchörigen Aufstellung gut funktionieren. So ist diese Musik damals wie heute sehr praktikabel an die jeweilige Besetzung anzupassen.

Inhaltlich zeichnen sich diese Werke durch eine große Bandbreite aus. Mit Luthers Liedern, bekannten Psalmworten und anderen protestantischen Liedstrophen bleiben die Themen aktuell. Die Bitte um Frieden und das Lob Gottes stehen dabei im Mittelpunkt. Ein Lob zum Himmel.

 

Esther

Händel war zwischen 1717 und 1720 auf einem Privatanwesen in Cannons als Musiker angestellt worden. Bei seinem Mäzen, dem Herzog von Chandos stand Händel ein nicht kleines Orchester inklusive Sängern zur Verfügung. In diesem Haus war der fruchtbare Nährboden für die Entstehung eines neuen Musikwerkes vorhanden. Mit dem „Oratorium“ Esther schuf Händel – zunächst für eine Privatauffführung gedacht – ein Werk, welches erstmals auf englisch (nicht auf italienisch!) einen biblischen Stoff so detailreich und bildhaft erzählt, sodass dem Zuhörer eine imaginäre Szene sehr plastisch vor Augen geführt wird. Dabei fußt das Libretto neben dem Bibeltext auf einem Theaterstück, welches schon Jean Racine 1689 in Paris veröffentlicht hatte.

Die sechs Szenen (Teile) des Werkes beleuchten nun jeweils die Gefühlslage und Handlungsebene der beiden Lager. Dem Chor kommt dabei, wie immer in Händels englischen Oratorien, eine dramatisch Rolle zu. Er kommentiert nicht nur das Geschehen, sondern fühlt sich unmittelbar angesprochen und reagiert auf die Situation (dabei verändert er auch seine Identität: einmal bildet er eine Gruppe aus Israeliten, einmal aus Persern).

Mit diesem dramatischen Oratorium beginnt eine lange Geschichte von wechselnden englischen Oratorien von G.F. Händel. Ca. 22 Oratorien dieser Art verfasste Händel in seiner Laufbahn als Komponist in England.

 

Jesu, deine Passion

„Jesu, deine Passion ist mir lauter Freude“ - Eine Freude aus dem Leid? Ist das nicht allzu zynisch? Die Passionszeit fordert uns heraus. Jesu Passion kann die unterschiedlichsten Stimmungen, Gefühle und Gedanken bei jedem Menschen auslösen: Trauer, Mitleiden, Mitgehen, Dank und Freude.

Diese verschiedenen Sichtweisen begegnen uns auch in den Passionskantaten von Johann Sebastian Bach, „Jesus nahm zu sich die Zwölfe“, „Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem“ und „Himmelskönig, sei willkommen“. Jede Kantate setzt einen eigenen inhaltlichen Akzent, jedoch lassen sich alle drei gut miteinander kombinieren. Losgelöst aus ihrem ursprünglichen liturgischen Zusammenhang werden die Kantaten im Konzert noch mit dem aufwühlend dramatischen Cembalokonzert d-Moll ergänzt.