Gottes Geist gibt Rückenwind

Liebe Leserin, lieber Leser unserer Kirchenpost,

der Mai ist gekommen! – Das bedeutet erstens, dass die Bäume ausschlagen, wie es im Volkslied heißt, und zweitens, dass viele ihre Fahrräder nach der (diesmal sehr langen) Winterpause wieder flott gemacht haben und damit unter Bäumen und blauem Himmel unterwegs sind. Wir werden auch die Rikschas von „Radeln ohne Alter“ in und um Kaltenkirchen wieder häufig sehen, damit das „Recht auf Wind im Haar“ für alle weiterhin zur Geltung kommt.
Ja, der Wind! Der spielt eine gewisse Rolle, wenn man auf dem Fahrrad sitzt. Er kann einem helfen, wenn er von hinten weht. Er kann es einem schwer machen, wenn er entgegenbläst. Und er zwingt einen, den Lenker gut festzuhalten, wenn er in Böen von der Seite kommt.
Für viele Menschen ist das Radfahren überhaupt am schönsten, wenn man nicht allein unterwegs ist, sondern mit Anderen zusammen. Auch der Umgang mit dem Gegenwind gelingt gemeinsam am besten. Es gibt an verschiedenen Orten große, manch-mal mehrtägige Radtouren, bei denen es nicht darum geht, der oder die Erste am Ziel zu sein, sondern eher darum, überhaupt die ganze Strecke zu schaffen. Zum Beispiel am Vänern, einem der großen Seen Südschwedens, gibt es jedes Jahr eine solche Tour rund um den See. Dort machen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Erfahrung, wie erleichternd es ist, nicht alleine zu kämpfen, sondern in der Kolonne zu fahren. Es entsteht ein Windschatten, der den hinten Fahrenden viel Anstrengung erspart. Man wechselt sich mit der mühevollen Spitzenposition ab, so dass jeder einmal etwas mehr strampeln muss für die Anderen. Aber niemand muss die ganze Zeit vorne sein. Gemeinsam geht es leichter. Ein tolles Erlebnis geteilter Last und gegenseitiger Hilfe!
Im Kirchenjahr gehen wir auf Pfingsten zu, das windigste aller christlichen Feste, und zwar im guten Sinne! Es geht dabei um die Bewegung, mit der Gottes Geist uns Menschen zusammenführt, uns hilft, einander zu verstehen und Aufgaben mit vereinten Kräften anzugehen. Einen Rückenwind lässt Gott für uns wehen – und durch uns, damit niemand mit den Lasten dieser Welt allein gelassen wird.
Wir freuen uns darauf, mit Ihnen und Euch gemeinsam Pfingsten zu feiern. Vielleicht mag die Eine oder der Andere das kraftsparende Fahren in der Kolonne bei der Gelegenheit direkt einmal ausprobieren. Alle Pfingstgottesdienste sind bequem per Rad erreichbar.

Ihr Pastor Tilman Fuß

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