Auf vier Flächen innerhalb unseres Friedhofs an der Kieler Straße befinden sich Kriegsgräber aus beiden Weltkriegen. Sie verdeutlichen auf engstem Raum die leidvolle Geschichte unserer Stadt und sind ein Spiegelbild von Ausgrenzung, Hass, Diktatur und Krieg. Nach 1945 gab es auf dem Friedhof mehr als 160 Ruhestätten. Durch Exhumierungen und Umbettungen hat sich die Anzahl der bestatteten Kriegstoten auf 115 reduziert. Seit 1984 erinnern zwei gleichlautende Gedenktafeln an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Da diese Gedenktafeln unpräzise Formulierungen und Fehler enthalten und eine deutlich zu geringe Anzahl an Opfer benannt hatten, beschloss unser Kirchengemeinderat, die alten Beschilderungen durch neue zu ersetzen. Sie sind jetzt an gleicher Stelle wie bisher auf den beiden Findlingen vor der Kreuzkapelle und am Heidland-Eingang angebracht worden. Die aktualisierten Texte entsprechen dem neuesten Wissensstand. Sie benennen auch erstmals die drei Opfer des Todesmarsches von Hamburg nach Kiel, die auf den alten Gedenktafeln nicht berücksichtigt worden waren.
Einige Grabsteine sind verschwunden, die Namen und Schicksale sind in den Archiven verborgen: Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, einige deutsche Soldaten aus dem Kirchspiel, die nach Kaltenkirchen überführt wurden, sowie zwei Babys von sowjetischen Zwangsarbeiterinnen. Ein von unserer Kirchengemeinde herausgegebener Flyer informiert ausführlich über die Kriegsgräber auf unserem Friedhof. Er ist in der Michaeliskirche und auf dem Friedhof am Bürocontainer kostenlos erhältlich.
Dr. Gerhard Braas
Die aktuelle Ausgabe der Kirchenpost steht HIER zum Download bereit. Die gedruckte Ausgabe wird im September über die Umschau verteilt und liegt außerdem in unseren Kirchen und Gemeindehäusern zum Mitnehmen aus.
Pastorin Jannike Grosstück
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